Familienmediation

Die Familie ist eine Konstruktion, in der viele Individuen aufeinandertreffen, um miteinander zu leben. Dabei kann es zu sehr unterschiedlichen Herausforderungen kommen, wo Konflikte unvermeidbar sind. Nicht zuletzt spielen meistens Emotionen eine tragende Rolle, wodurch psychische Schäden durch die Konflikte entstehen können.

Die Anwendungsfelder der Familienmediation beinhalten unter anderem folgenden Gebiete:

  • Trennung/Scheidung (z. B. Sorgerecht, Unterhalt, Vermögensaufteilung)
  • Bestehende Partnerschaften (z. B. Vereinbarkeit Familie-Beruf, Familienplanung, Umgang mit Herkunftsfamilien und persönlichem Netzwerk)
  • Wahlverwandtschaften (z. B. Absprachen, Verträge, wie z. B. Wohnrecht, Pflege, etc.)
  • Patchworkfamilien (z. B. Rollenabsprache)
  • Intergenerative Konflikte (z. B. Mehrgenerationenhaushalt, Umgang Eltern-Kinder, Erbschaft, Unternehmensnachfolge)

 

Dabei muss die Familienmediation einen besonderen Fokus auf Kinder haben und dafür sorgen, dass die Kinderrechte des Kindes Beachtung finden. Dabei ist vor allem auch der Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention zu beachten, in der es wie folgt heißt:

„(1) Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“

Dies ist besonders in der Familienmediation elementar.

 

Konflikte innerhalb der Familienverbunde, können, wenn nicht rechtzeitig aus dem Weg geräumt, verheerende Auswirkungen auf die Psyche der Beteiligten haben. Eine seelische Zerrüttung des Familienlebens kann dabei entstehen.

Die Mediation kann einen Raum bieten, um Mauern abzubauen und gemeinsam in die Zukunft schauen zu können.

Zusätzliche Definition der Familienmediation

Der Begriff der Familienmediation ist sehr vielschichtig. Darum erstreckt sich Mediation in diesem Bereich selbstverständlich weder auf Familien allein noch auf die mondäne Bedeutung von Familie.

  • In Abgrenzung zur inner- und zwischenbetrieblichen Mediation liegt der Fokus der Familienmediation auf Individuen, die weder eine Gesellschaft/Institution innehaben (ich meine Gründer und Inhaber) noch für eine solche arbeiten. Die hier vorzufindenden Konflikte sind teils bedingt durch die Situation, das Umfeld, das System, das das Unternehmen mit sich bringt.
  • In Abgrenzung zur Streitschlichtung im Rahmen einer Familie, wie sie heute (noch) gängig ist, findet Mediation prinzipiell überall dort Anwendung, wo im Rahmen einer Beziehung mindestens eine der beiden Personen einen Konflikt empfindet. Unter Beziehung versteht Mediation die folgenden benennbaren Beziehungsformen:
    • Kleinfamilie, Großfamilie,
    • heteronome und antinormative Beziehungen, 
    • polygame sowie monogame Beziehungen,
    • Beziehungsanarchie,
    • etikettierte und nicht etikettierte Beziehungen,
    • Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen, Eltern, Großeltern,
    • Nachbarschaftsbeziehungen,  
    • Freundschaftsbeziehungen,
    • Beziehungen im Rahmen (un)regelmäßig stattfindender Sport-, Musik-, Kunst-, Diskussionevents,
    • etc.

Die Unendlichkeit dieser Liste soll den Begriff der Familienmediation hinterfragen und weiten. Mediation soll jeden Menschen angesprechen, der in einer wie auch immer bewusst oder unbewusst gestalteten Beziehung zu einem anderen Menschen steht und zu dem er/sie einen Konflikt empfindet.