Kostenfragen der Mediation

Kostenfragen

Im Vergleich zum Vorgehen der Rechtsanwälte und dem Verfahren im Rahmen eines Gerichtsprozesses gestalten sich die Kosten der Mediation entsprechend ihren Prinzipien auf eine ganz spezifische Weise.

Es wird stets eine Kostenfrage bleiben. Sie haben stets das gute Recht in Ihren Konflikt einen Rechtsanwalt miteinzubeziehen und/ oder sich in einen Gerichtsprozess zu begeben. Es stellt sich nur die Frage:

Auf welche Kosten?

Und:

Kann es die Mediation anders?

 


Auf Kosten Ihres Portmonais, Ihrer Ansprüche und Ihrer Bedürfnisse

Gewinner und Verlierer

 

Am Ende eines Gerichtsverfahrens verliert meistens eine der beiden Parteien. Sie verliert doppelt. Zum einen muss sie auf viele ihrer Ansprüche verzichten, zum anderen muss sie für die Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen. Unter Umständen geht es also auf Kosten Ihres Portmonais und auf Kosten eigener Ansprüche.

Eines der Prinzipien der Mediation ist, dass es keinen Verlierer gibt. Mediation will die einvernehmliche Einigung beider Parteien. Sie trachtet nach Konsens, nicht nach Kompromiss. Und das geht nur deswegen, weil sich das Vorgehen einer jeden Mediation nicht auf Ansprüche, sondern auf Bedürfnisse konzentriert. Was die Kostenfrage angeht, ergibt sich für die Mediation daraus:

  • Sie verlieren keine Ansprüche. Vielmehr lernen Sie im Rahmen einer Mediation die hinter den vermeintlichen Ansprüchen stehenden Bedürfnisse zu erkennen und zu äußern - für Sie und für die andere Partei. Ansprüche werden obsolet, erscheinen im Nachhinein im besten Falle irrsinnig.
  • Der Verlierer wird nicht zu Kasse gebeten. Denn zum einen beteiligen sich beide Parteien von Anfang an an den Kosten der Mediation. Und zum anderen gibt es im Rahmen einer Mediation keinen Verlierer, der zur Kasse gebeten werden könnte.    

Unsere Kosten: Diese können Sie bei uns in einem persönlichen Gespräch erfahren.


Auf Kosten Ihres Portmonais

 

Rechtsstreitwert für Rechtsanwälte

Der Gewinn, den ein Rechtsanwalt aus einem Streit kummulieren kann, richtet sich nicht nur nach der Zeit, die er für Sie investiert, sondern auch nach dem Rechtsstreitwert und kann im Gesetz nachgelesen werden. Das kann allerdings unterschiedlich ausfallen, je nachdem was für ein Rechtsgebiet vorliegt. 

Für die Mediation ist der Rechtsstreitwert unerheblich. Dieser Wert ist schon allein aus dem Grund unerheblich, weil die Mediation kein Augenmerk auf materielle Güter hat, sondern höchstens auf die mit diesen Gütern verbundenen Gefühle und Bedürfnisse. Ein Mediator wird Sie niemals nach monetärem Wert eines materiellen Guts fragen, ohne vorher die dahinter stehende Beziehung zwischen Ihnen und dem Gut zu klären.

 

Dauer des Streitprozesses

Zudem kann sich die Dauer eines Rechtsstreits über Jahre hinziehen. Der Möglichkeit der Bereicherung an den Mandanten ist Tür und Tor offen.

Die/Der Mediator*in hat keine Möglichkeit sich an Ihrem Konflikt zu bereichern. Am Anfang einer Jeden Mediation wird die Stärke des Konflikts ermittelt. Stellt sich im Verlauf der Mediation heraus, dass eine Eskalationsstufe überschritten ist, in der eine Mediation helfen kann, dann wird die Mediation unterbrochen. Es werden alternative Vorgehensweisen besprochen.

Auf Wunsch kann sogar ein Pauschalbetrag für die gesamte Mediation festgelegt werden - unabhängig von der Dauer der Mediation.

 


Auf Kosten des Wohlbefindens

 

Dauer des Streitprozesses - Psychischer und sozialer Leid

Während sich ein Gerichtsprozess über Jahre hinziehen kann, wird eine Mediation in der Regel auf wenige Sitzungen begrenzt.

Es versteht sich von alleine, dass ein jahrelanger Prozess um bestimmte Ansprüche - Sorgerecht, Erbschaft, Scheidung etc. - für keinen der Beteiligten von Vorteil ist. Zu den bekanntesten Begleiterscheinungen solch langwieriger Streitprozesse zählen sowohl psychischer als auch sozialer Leid; in Wechselwirkung.

 

Das Wohlbefinden Ihres Kindes

Rechtsanwälte verpflichten sich einer Partei. Der Gegner und dritte wie z. B. Ihr Kind bleiben in ihren Bedürfnissen zunächst unberücksichtigt. Gerichtsprozesse rufen unter Umsänden Ihr Kinder zur Stellungnahme auf, erzwingen, wenn es sein muss, von Ihrem Kind eine Entscheidung. Das kann auf Kosten des Wohlbefindens Ihres Kindes gehen. 

Eine Mediation, insbesondere eine Stellvertreter-Mediation, nimmt Stellung zu Bedürfnissen Ihres Kindes in Abwesenheit des Kindes. Ihr Kind ist dann genau wie sie und die Konfliktpartei im Zentrum des Mediationsprozesses. Denn für jede Mediation gilt: Wenn sich im Mediationsprozess herausstellt, dass zur Lösung des Konflikts die Meinung einer dritten Partei nötig ist, dann wird diese in den Mediationsprozess eingebunden. Im Rahmen einer Stellvertreter-Mediation nehmen wie die Partei Ihres Kindes ein. Damit ersparen wir dem Kind den Prozess, der in keiner Weise einem Kind gerecht werden kann. Und wir ersparen Ihnen den emotionalen Leid, den sie spätestens dann erfahren, wenn Sie die Tristesse eines Kindes spüren, wenn es ahnungslos zu etwas Stellung nehmen muss, was es selbst nicht begonnen hat.   

 


Auf Kosten des Vertrauens

Welche Reaktion löst es in Ihnen aus, wenn der Mensch, mit dem Sie einen Konflikt haben, einen Rechtsanwalt einschaltet? Und wie sieht Ihre nächste Handlung aus, wenn sogar ein Kind im Spiel ist. Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass das Involvieren eines Rechtsanwalts durch eine Partei eines nach sich: Das Einschalten eines Rechtsanwalts durch die andere Partei. Der Kampf um Ansprüche hat begonnen, der Raum für das Anhören der jeweiligen Bedürfnisse schrumpft ungemein. Als Elternteil z. B. wollen Sie sicherlich nicht in einem Streit auseinandergehen, der im Rahmen eines Kompromisses beiden Elterteilen das Sorgerecht zuspricht, während Sie kein Vertrauen in denjenigen/diejenige haben, der in Ihre Abwesenheit die meiste Zeit mit Ihrem Kind verbringt. 

Durch das einvernehmliche Zustimmen zu einer Mediation schenken Sie der anderen Partei vertrauen, indem Sie sich dazu bekennen, den Willen dazu zeigen, den Konflikt einvernehmlich zu lösen. Dieser Vertrauensvorschuss wirkt Wunder! Stimmt die andere Partei einer Mediation ebenfalls zu, begeben Sie sich ein Stück näher in Richtung eines Lösungsziels, das auf Vertrauensbasis fusst und somit den Weg für eine Lösung ebnet, die eher einem Konsens, denn einem Kompromiss gleicht.

Jede Mediation geht von drei Annahmen aus:

  1. Jeder Mensch hat einen guten Grund für seine Handlungen, d. h. für seine Aktionen und Reaktionen.
  2. Diese Gründe sind oft einem selbst und erst recht der anderen Partei nicht bewusst.
  3. Durch das Hervorholen und das Hörbarmachen dieser Gründe lässt sich beinahe jeder Streit, beinahe jede Eskalation im Keim ersticken.

Begeben Sie sich in diesen Prozess, schenken Sie Vertrauen. Sie schenken es Ihnen selbst, der anderen Partei, Ihrem Kind.      

 


Auf Kosten Ihres freien ung guten Willens

Nichtzuletzt: Werden Sie vor ein Gericht zitiert, erscheinen nicht, droht Ihnen Busgeld. Die Tatsache jedoch, dass Sie nicht erscheinen oder nicht erscheinen wollen, zeugt davon, dass Sie nicht daran teilnehmen wollen. Anders: Die Gegnerpartei kann Sie zum Gerichtsprozess zwingen - die einzige wenig verheißende Alternative: Geld- oder Freiheitsstrafe.

An einer Mediation nehmen alle Parteien freiwill teil, Zwang ausgeschlossen.

Und stellen Sie sich noch etwas vor:

  • Weder sitzt vor Ihnen sitzt ein_e Richter_In, die das letzte Urteil spricht; Vielmehr hilft der/die Mediator_In allen Parteien und auf allparteiliche Weise selbst eine Lösung zu finden.  
  • Noch sind Sie an diese_N Mediator_In gebunden. Denn genauso, wie Sie der Mediation freiwillig zustimmen, so ist es in der Mediation common sense, dass Sie die/den Mediator_In austauschen können, wenn Sie sich eine Zusammenarbeit nicht vorstellen können.   

 


Auf Kosten Ihrer Reputation

Verliert man einen Prozess, kann es im Beziehungsstreit für eine der beiden Partei mit Verlust von Reputation einhergehen;

  • Im Beziehungsstreit kann Ansehen und Wirkung im sozialen Umfeld leiden,
  • im Streit zwischen zwei Mitarbeiter_Innen (unabhängig von hierarchischer Position) führt es nicht nur zum gestörten Arbeitsklimma, sinkender Effizienz, gestörter Work-Life-Balance, sondern möglicherweise auch zum Arbeitsplatzverlust,
  • im zwischenbetrieblichen Streit sind Schädigungen des Firmenimages nicht selten die Folge. Diese ziehen Projektverzögerung oder Abwendung von Vertragspartnern nach sich, münden im Worse-case-Szenario im Konkurs.

Konsens als Maxime der Mediation sorgt sich primär um die Abwendung solcher nachhaltiger Schäden, indem sie die Parteien an die gemeinsamen Nenner bringt. Hinter jeder Beziehung, hinter jedem Mitarbeiter-Verhältnis und hinter jedem Unternehmen stehen Menschen mit Bedürfnissen. Es gibt keine Beziehungen und keine Unternehmensbeziehungen ohne die dahinter stehenden Personen. Eltern, Mitarbeiter_In, Angstellte_R, Geschäftsführer_In und -inhaber_In zu sein, ist lediglich die Beschreibung einer Position in einem System. Für die Mediation von Belangen ist das Individuum, das diese Position ausfüllt. Der Hauptaugenmerk der Mediator_Innen, der auf den Menschen liegt, der Gefühle hat und Bedürfnise hegt, erlaubt es auf Grundlage dieser Bedürfnisse und Interessen Reputationsschäden zu vermeiden.