Mediation im Bereich Erziehung und Bildung

Sowohl in Bereichen der öffentlichen Erziehungsarbeit als auch im Bildungskontext gibt es Konflikte.

Konflikte gibt es nicht an sich. Selbstverständlich sind Konflikte situationsabhängig. Doch es gibt keine Konflikte ohne Menschen, die etwas als konfliktär wahrnehmen. Somit sind Konflikte so vielschichtig wie die Menschen, die Situationen als Konflikte empfinden. 

 


Krippen, Kindergärten, Tagesstätten, Schulen

Verschiedene Ansichten über Erziehung bringen Parteien dann ins Gespräch, wenn es einen gemeinsamen Schnittpunkt gibt: z. B. das Kind. Konflikte oder ein Konfliktempfinden gibt es

  • nicht nur zwischen Kindergarten- bzw. Schulkind und Erzieher*in bzw. Lehrer*in,
  • sondern ebenfalls zwischen Eltern auf der einen Seite und Erzieher*innen und Lehrer*innen auf der anderen Seite. 

Natürlich gibt es Hilfe von Seiten der Sozialarbeiter*innen oder Jugendamt. Doch beide verfügen weder über das Know-How einer Streitschlichtung noch über die entsprechenden Kapazitäten für eine Mediation.

Die Madiation hilft, wenn mindestens eine Partei einen Konflikt

  • hinsichtlich des Umgangs eines/einer anderen Person mit dem Kind als verletzend, gegenüber anderen Kindern ungerecht oder in Bezug auf eigene Werte widersprechend empfindet (Mobbing etc.),
  • in der Art und Weise der Kommunikation zwischen ihr und der anderen Partei als unzureichend, intransparent oder verletzend wahrnimmt oder
  • in der mangelnden Umsetzung von Vereinbarungen sieht.

 


Duale Ausbildung

In Deutschland gibt es vor allem in den Ausbildungsberufen die so genannten dualen Ausbildungen (dies gibt es allerdings nicht nur in den Ausbildungsberufen, sondern auch im Bereich des dualen Studiums). Diese haben eine Besonderheit: 

Bei dualen Ausbildungsberufen übernimmt der/die Auszubildende (Azubi) eine art Zwischenrolle.

  • Ein/eine Schüler*in (in der Berufsschule)
  • Ein/e Angestellte*r. 

Das heißt für die Mediation, dass eventuell eine Art Hybrid-Mediation (unterschiedliche Mediationsbereiche innerhalb einer Mediation) statt finden muss, in der der/die Auszubildende zum einen mit der Schule und zum anderen mit dem Betrieb konfrontiert wird. Sollte der/die Auszubildende Unterstützung von einer Maßnahme, wie z. B. ABH (Ausbildungsbegleitende Hilfen), erhalten, so wären diese eventuell auch noch involviert bei der Lösungsfindung bei Konflikten.
 


Akademischer Kontext

Im Vergrleich zum Kindergarten und der Schule konzentrieren sich die Konflikte im akademischen Bereich in der Regel nicht um eine Dritte Person, z. B. um das Kind. Diejenige Person, die den Konflikt empfindet, fühlt sich primär und direkt um eigene Bedürfnisse betrogen. Die Konflikte bestehen in diesem Falle meistens

  • zwischen Stundent*innen und Dozent*innen,
  • zwischen Absolventen und Betreuer*innen
  • zwischen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und
  • zwischen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und den jeweiligen Betreuer*innen 

Zu den Konflikten zählen, um nur die gängisten zu nennen:

  • Bewertung/Benotung von wissenschaftlichen Arbeiten,
  • Diskrepanz betreffend die Erwartung an die Vorgehensweise, den Inhalt oder das Ausmaß der wissenschaftlichen Arbeit,
  • Diskriminierung (Geschlecht, Ethnie, Bildungshintergrund, Alter etc.),
  • sexuelle Übergriffe.

 


Sonstige Bereiche im Erziehungs- und Bildungsbereich

Des Weiteren zählen zu Konflikten im Erziehungs- und Bildungsbereich auch Streitfälle

  • zwischen Erzieher*innen,
  • zwischen Erzieher*innen, Leitungen und Bürokräften,
  • zwischen Lehrer*innen,
  • zwischen Lehrer*innen und Leitungen, Rektor*innen und Bürokräften,
  • zwischen lehrendem, forschendem und administrativem Personal

Da es sich hier nicht nur um Divergenzen handelt, die Erziehungs-, Bildungs-, Lehr- und Forschungsmethoden betreffen, sondern auch Institutionsadministration und -politik umfassen, überschneiden sich Konflikte im Bereich der Erziehung und Bildung mit denen im betriebsinternen Bereich. 

Einige der Konlikte betreffen

  • Verwertung von Forschungsinhalten in veröffentlichen oder zu veröffentlichenden Arbeiten
  • Mobbing
  • Diskrepanzen zwischen den Erwartungen der Kooperation und der Priorisierung zwischen den administrativen und inhaltlichen Vorgehensweisen einer Institution.